Ein Fall von ärztlicher Fehlbehandlung, der mir den Atem raubt

Chefarzt einer Bamberger Klinik verurteilt, er hat Revision eingelegt

Die Kammer verurteilte ihn zu sieben Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe, zudem sprach sie  ein fünfjähriges Berufsverbot aus.

Mir wurde übel, als ich von diesem Fall einer ärztlichen Misshandlung - juristisch "Behandlungsfehler" - las. Zu gross sind die Parallelen zu meinem Fall, bei dem die Staatsanwaltschaft die Verfolgung meiner Anzeige wegen Körperverletzung sofort einstellen liess. Meine Strafanzeige hätte keine Aussicht auf Erfolg, hiess es zur Begründung.

 

Und Punkt. Das war's. Es wurden keine Zeugen vernommen, dem Mediziner schien hingegen alles erlaubt. Der Arzt konnte keine Diagnose benennen, legte gefälschte Papiere über seine Praxis vor, etliche Monate später ein pathologisches Attest eines ihm bekannten Pathologen, über von mir (unerlaubt) entferntes und angeblich eingeschicktes Gewebe usw. usw.

 

Eine Medizinstudentin hat den Fall in Bamberg vor vierzehn Monaten ins Rollen gebracht. "Sie arbeitete in der Klinik, und der angesehene Arzt soll ihr erzählt haben, er nehme an einer Studie zu Beckenvenen teil. Sie erklärt sich zu einer Untersuchung bereit. Er kündigt an, ihr ein Kontrastmittel zu geben. Doch danach kommt es der damals 26-Jährigen seltsam vor, dass sie sich an die Untersuchung nicht erinnert. Ihr Vater, der auch Arzt ist, nimmt ihr Blut ab. Ein Labor findet darin Midazolam – ein Betäubungsmittel.

 

Auch den elf Frauen vor ihr soll er zwischen 2008 und 2014 ein Kontrastmittel angekündigt und stattdessen Midazolam gegeben haben – das Gericht hält das für erwiesen. Bis zuletzt sagt der Ex-Chefarzt nicht, welches Mittel das gewesen sein soll, er hat es in keinem Befund vermerkt."   

Der Frauenfeindlichkeit und der Misshandlung in ärztlicher Behandlung sind zurzeit alle Möglichkeiten der Vertuschung gegeben. Die Misshandlungsaktionen dieses Bamberger Arztes weisen eine Vielzahl von Parallelen zu meinem eigenen Fall auf - nur, dass die Staatsanwaltschaft meine Strafanzeige sofort einstellen ließ. 

 Dabei wurde ich vor dem Eingriff in meinem Intimbereich weder aufgeklärt, noch gab ich meine Unterschrift zur Einwilligung. Der Chirurg hatte damals den Auftrag (durch Überweisung seitens meines Hausarztes), eine blutende Wunde zu nähen. Was folgte, hier in Abkürzung: ich wurde kurzerhand betäubt, es wurde mir 75% meines Bindegewebes entfernt, meine Scheide und die riesige Wunde teilweise mit dicken Fäden vernäht, unerlaubt Fotos angefertigt und archiviert usw. usw.

 

Die Staatsanwaltschaft in meinem Fall: Meine fehlende Unterschrift könne man hier vernachlässigen, denn auch wenn ich richtig aufgeklärt worden wäre, hätte ich sicher (?!?) in den Eingriff eingewilligt. Deshalb könne man von meiner "hypothetischen Einwilligung" ausgehen. Von der Staatsanwaltschaft wurde zudem ein Gutachter beauftragt, der - wie ich erst Jahre später herausfand - mit dem misshandelnden Chirurgen bestens bekannt war. 

 

Zur Zeit der Begutachtung war meine Krankenakte seltsamerweise verschwunden, was den Gutachter (einen mit dem mich misshandelnden Chirurgen befreundeten Professor für Chirurgie) nicht störte, er bezog sich einfach nur auf die Ausführungen der Rechtsanwälte (!) des Chirurgen und bescheinigte in seinem dreizehn Seiten langen, unhaltbaren Gutachten, dass ich hervorragend operiert worden sei. 

 

Auch die Vorgeschichte in Bamberg, die Misshandlung von zehn weiteren Frauen ohne Strafverfolgung hatte zuvor bereits sieben Jahre gedauert. Dabei ist es nur einem Zufall zu verdanken, dass dieser Fall jetzt überhaupt vor Gericht kam.

 

Der Dreistigkeit in meiner Geschichte nimmt es kein Ende. Deshalb habe ich ein jahrelanges Protokoll geführt und mein Buch Die Wunde in mir - Misshandlung auf Krankenschein verfasst. Diese Dinge aus der sehr dunklen Ecke ärztlicher "Behandlung" müssen an die Öffentlichkeit. Die Beweislast in "sogenannten" und "richtigen" Behandlungsfehlern darf nicht länger bei den schwer erkrankten PatientInnen liegen. In jedem zivilrechtlichen Behandlungsfehler-Prozess muss die Beweislast von vornherein bei dem Arzt liegen.

 

Sonst wird sich an der Machtlosigkeit der PatientInnen nichts ändern. Ich musste in der Folge mehrfach notoperiert werden, mehrere Male wäre ich an meinen inneren Verletzungen beinahe gestorben. Das hielt die Richter im späteren, zivilgerichtlichen Prozess allerdings nicht davon ab, mich nur wenige Wochen nach der verheerenden Operation für vollkommen gesund zu erklären. Während es aus meinen inneren Wunden weiter eiterte, hatte ein Professor ohne mein Wissen in meine Krankenakte neben den Befund über meine Verwundung den Satz eingetragen "Subjektiv hat die Patientin das Gefühl, es ginge ihr besser". Auch er gehörte in die Runde miteinander bekannter Mediziner. Auch dies war mir damals nicht bekannt. 

 

Nur aufrgund dieses Eintrages galt ich also laut Urteil wenige Wochen nach dem verheerenden Eingriff als "geheilt". Und somit konnte ich keine weiteren Ansprüche auf Entschädigung stellen, zum Beispiel, als mir in der Folge der Darm platzte und ich weiter durch Damverschluss lebensbedrohlich erkrankte. 

 

Klug sind sie, die Mediziner und Juristen. Gerissen bis aufs Letzte. Und mein eigener Rechtsanwalt ließ zusätzlich meine Ansprüche verjähren. 

Solange die Beweislast im Patientenrecht beim Patienten liegt, bleibt es zufällig, ob solche Angriffe und Misshandlungen überhaupt aufgeklärt werden. Deshalb bitte meine wichtige Petition unterzeichnen und teilen!

 

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